Die letzte Spielzeit im Das Da Theater war sehr erfolgreich. Genauso wollen Tom Hirtz und sein Team in dieser Spielzeit weitermachen.

Von Katja Laska

Dreißig Jahre Das Da Theater – das klingt nach einem großen Fest. Das größte professionelle Privat-Theater der StädteRegion ­Aachen feiert seinen runden Geburtstag mit einem Das Da-typischen Programm. Gesellschaftlich relevant und doch unterhaltsam. Auf dem Plan stehen drei Schauspiele, ein Theaterdinner (Uraufführung), zwei Kinderstücke, ein Musical (Aachener Erstaufführung), eine Open Air-Komödie und jede Menge Special Events.

Die Überlegunsphase hört eigentlich nie auf. Und so hatten die beiden künstlerischen Leiter Maren Dupont und Tom Hirtz bereits einen Haufen Ideen, als sie sich an einen Tisch setzten, um die Jubiläumsspielzeit des Das Da Theater zu planen. „Es soll eine spannende Mischung und gesellschaftlich relevant sein. Wir wollen zeitgenössisches Theater machen. Die Idee dahinter: Nah am Theaterpublikum arbeiten und dabei anspruchsvoll bleiben.“ Aber nicht abheben. Gestartet wurde mit dem Schauspiel „Vincent will Meer“ von Florian David Fitz. Weiter geht’s im November mit „Oskar und die Dame in Rosa.

Beide Inszenierungen nähern sich auf unterschiedliche Weise den Themen Krankheit und Tod. Warum die Stücke auf dem Spielplan gelandet sind? Simpel: „Endlichkeit betrifft jeden. Es ist gut, sie auf dem Schirm zu haben“, erklärt Hirtz. Auf dem Schirm haben Dupont und Hirtz auch immer die Politik. Nachdem letztes Jahr mit „Wir sind keine Barbaren“ die Flüchtlingsproblematik samt AfD auf die Bühne kam, geht es ab Januar in „Inside IS“ um die Frage, warum sich junge Europäer radikalisieren.

Grundlage für das Stück war das Buch „Inside IS – 10 Tage im Islamischen Staat“ des Journalisten Jürgen Todenhöfer. Doch, warum so ernste Themen, so schwere Kost? „Das Publikum soll sich direkt angesprochen fühlen. Themen dürfen auch mal weh tun. So regen sie zum Nachdenken an“, erklärt Hirtz.

Anlässlich der Jubiläumsspielzeit konnten sich die Aachener seit Anfang des Jahres eine Inszenierung aus den ­Stücken der letzten 30 Jahre aussuchen. „Bei uns sind fast 2.000 Stimmen eingegangen. Daran merkt man: Die Gesellschaft möchte mehr Mitspracherecht“, sagt Hirtz. Das Rennen machten schließlich Shakespeares Komödie „Viel Lärm um nichts“ und das Musiktheaterstück „Linie 1“, die ab Juni 2018 Open Air auf der Burg Frankenberg gespielt werden.

Nicht nur der Spielplan ist neu. Auch bei den Schauspielern hat sich einiges getan. Zur neuen Saison haben einige Schauspieler das Theater verlassen und einige sind hinzugekommen. Hirtz sieht in dem Wechsel Vorteile: „Klar, wir legen natürlich Wert auf ein festes Ensemble. Neue Schauspieler bringen aber auch immer neue Kreativität ins Haus. Das ist schön.“ Im Jahr spielt das Ensemble, circa 150 Vorstellungen im Theater selbst. Insgesamt sind es aber an die 500 Veranstaltungen pro Jahr vom Das Da Theater. ­

Warum? Die Schauspieler fahren jeden Morgen mit LKW und Transporter in die Grundschulen und Kindergärten der Region. Mit dabei haben sie alles, was sie für eine ­Aufführung benötigen – die Bühnenbilder, Kostüme, Instrumente und die gesamte ­Technik. Mit „Irgendwie Anders“ wollen die Schauspieler zeigen, dass es in Ordnung ist, anders zu sein, multikulturell eben. „Lippels Traum“ vom „Sams“-Autor Paul Maar soll Kindern ab sechs Jahren anhand der Geschichte um ­Lippel und seine marokkanischen Mitschüler das Thema Zivilcourage näherbringen. „Wir möchten den Kindern Mut machen, sie stärken und ihnen zeigen, dass auch sie als junge Menschen Rechte haben“, erzählt Hirtz.

Hirtz freut sich besonders auf das Musical „Ewig Jung“. „Bei jeder Menge Evergreens aus den 60er, 70ern, 80ern und 90ern wird es ­einfach nur schräg und sehr lustig“. Trotz allem Bildungsauftrag, eins sei klar gestellt: „Theater soll auch Spaß machen!“.  \