Bewertung der Redaktion:
1897 ist der einst gefeierte Schriftsteller Oscar Wilde (Rupert Everett) nur noch ein Schatten seiner selbst.

Nach der harten Haftstrafe, die er wegen seiner Homosexualität absitzen musste, flüchtet er von London ins Exil nach Paris und zwischenzeitlich auch ins sonnige Neapel. Dort lebt er über seine Verhältnisse und ist zudem seinem windigen Lover Bosie (Colin Morgan) weiter verfallen, zum Leidwesen seines treuen Ex-Geliebten Robbie Ross (Edwin Thomas), der später Wildes Werk für die Nachwelt aufarbeiten wird. Rupert Everett inszeniert sich selbst als intellektuellen Dandy in den letzten Lebensjahren und schrieb auch das Drehbuch. Das wartet mit eloquenten Dialogen für den Meisterautor auf, vernachlässigt aber leider die übrigen Protagonisten und lässt sie etwas blass dabei zusehen, wie Wilde unaufhaltbar auf sein Ende zusteuert.  \Peter Hoch