Aachener Designstudenten zeigen ihre Arbeiten im Apollo.

Interview: Christina Goerres

Am 26. Juli ist wieder Showtime! Auf dem kleinen Filmfestival werden spannende und kreative Semester- und Abschlussarbeiten von Aachener Designstudenten gezeigt. Das abwechslungsreiche Programm findet erneut im Apollo Kino in der Pontstraße statt. Prof. Michael Brucherseifer vom Fachbereich Gestaltung der FH Aachen ist einer der betreuenden Filmprofessoren des Events.

Herr Prof. Brucherseifer, was ist die „Showtime“?
Im Rahmen der „Showtime“ haben wir als Fachbereich Gestaltung die Möglichkeit, eine besondere Form der Prüfung anzuwenden. Das Event ermöglicht zudem auch interessierten Zuschauern einen Einblick in die Arbeiten der FH. Der andere Aspekt ist, dass ein Film auf einem kleinen Bildschirm anders wirkt als im Kino vor einem großen Publikum. Der pädagogische Lernfaktor ist hierbei um ein Vielfaches größer, denn auch die kleinsten Fehler werden auf einer ­Kinoleinwand für alle sichtbar. Ein zentrales Anliegen der „Showtime“ ist der gemeinsame Semesterabschluss. Die Studierenden aus dem Fachbereich kommen mit Freunden zusammen, begutachten, diskutieren und feiern die entstandenen Produktionen und natürlich das Semesterende.

Welche Studenten können bei der „Showtime“ mitmachen?
Alle Studenten des Bewegtbilds des Fachbereichs können ihre Arbeiten einreichen, unabhängig davon, ob es Semester- oder Abschlussarbeiten sind. Im Audio-Video-­Kurs der unteren Semester entstehen manchmal auch schon hervorragende Arbeiten.

Dürfen auch externe Filmemacher teilnehmen?
Das Ganze ist eine interne Veranstaltung der Fachhochschule Aachen. Wir planen aber, um das Event internationaler zu gestalten, für das nächste Jahr ein BeNeLux Filmfestival. Wir freuen uns auf eine Teilnahme der entsprechenden Universitäten aus Luxemburg, Belgien und den Niederlanden.

Ist das Filmfestival ein Sprungbrett fürs professionelle Filmemachen?

Teilweise ja, es laufen nicht nur einwandfreie Abschlussarbeiten, sondern auch Filme von Studenten, die sich erst in der Entwicklungsphase befinden. Das Verständnis für Film, Dramaturgie und Spannungsverlauf wird je nach Semestererfahrung sichtbar besser umgesetzt. Die besten Produktionen finden daher gegen Ende des Studiums statt. Die Showtime ist ein Sprungbrett, aber nicht für jeden jungen Filmemacher in gleichem Maße. Einige unserer Absolventen arbeiten für Fernsehsender wie WDR, ZDF und RTL. Letztendlich geht es darum, dass ein professioneller Umgang mit dem Medium Film erlernt wird.

Nach welchen Kriterien werden die Filme bewertet?

Bei allen teilnehmenden Filmen werden die technischen Aspekte berücksichtigt. Bei einer Bachelorarbeit erwarten wir die Umsetzung bestimmter Parameter. Diese setzen sich unter anderem aus Licht, Audio und Filmformat zusammen. Die Filme sollen vor allem Spaß machen, der Funke sollte auf den Zuschauer überspringen. Ähnlich wie bei großen Festivals sind die Ansprüche der Juroren sehr verschieden. Wir schauen gemeinsam, welche Werke für die Vorführung interessant sein könnten. Einige Arbeiten von jüngeren Semestern gleichen eher Übungen, die wir nicht immer in das Programm integrieren können.

Überraschen die Arbeiten durch ­technische Features und Tricks?

Ja natürlich, die synthetisch erzeugten Bilder am Computer in Ergänzung zum Realbild zeigen deutlich, dass die Grenzen zwischen Realität und Fiktion immer weiter verschwinden. Wir haben aber auch eine Studentengruppe, die analog auf 16?mm dreht. Auch das ist möglich, erfordert aber eine andere Vorgehensweise.

Wie ist im Allgemeinen die mediale Resonanz auf das Event?
Manchmal ist die Resonanz sehr groß, sodass sich neben den ­lokalen Medien auch der WDR für das Event interessiert. Die „Showtime“ ist mittlerweile ein Teil des Aachener Kulturlebens geworden. 

Werden die älteren „Showtime“-Filme als Unterrichtsmaterial verwendet?

Es gibt Arbeiten, die mit einfachsten Mitteln und ohne große Technik produziert worden sind. Diese Filme verfügen dann vielleicht über besonders viel Charme und Kreativität und werden daher als positive Beispiele in Seminaren gezeigt. So lernen die Studierenden, dass es nicht immer High-End-Technik sein muss, um eine gute ­Wirkung zu erzielen.

Veröffentlichen die Studenten ihre Filmwerke im Web?

Auf dem Videoportal Vimeo gibt es einen Kanal für die „Showtime“-Filme. Früher haben wir eine DVD für jede „Showtime“ produziert. Nun werden die Filme auf den Server hochgeladen und sind für alle Interessierten frei einsehbar.  \

26.7. „Showtime“ des Fachbereichs Gestaltung der FH Aachen
20.15 Uhr, Apollo