Bewertung der Redaktion:
Nein, aufgelöst hat sich das Soul und R’n’B-Trio tatsächlich nie. En Vogue hat nur vierzehn Jahre lang kein Album veröffentlicht und bringt sich nun mit "Electric Café" wieder souverän zurück ins Rampenlicht.

Vierzehn Jahre sind in der Musikwelt eine ziemliche Ewigkeit. Und gerade in Zeiten zunehmender Digitalisierung hat sich seit 2004 derart viel verändert, dass die Rückkehr von En Vogue definitiv ein mutiger Schritt ist. Denn die junge Hörerschaft wird sich vermutlich gar nicht mehr an Megahits wie „Free Your Mind“, „Never Gonna Get It“ oder „Whatta Man (feat. Salt-N-Pepa)“ erinnern, die auf das Konto der drei „Funky Divas“ gehen.

Klar ist auch, dass die Hürde für ein neues, siebtes Album deswegen sehr hoch liegt. Raphael Saadiq (Solange Knowles, D’Angelo), Dem Jointz (Rihanna, Janet Jackson) und die langjährigen Produzenten und Begleiter Denzil Foster und Thomas McElroy wurden sicherheitshalber mit der Produktion des Albums beauftragt. Ein Gastauftritt von Snoop Dogg („Have A Seat“) rundet die Rückkehr geschmeidig ab. Und der Aufwand hat sich gelohnt, sofern man gleichermaßen mit alten Soul-Referenzen aus den 1960ern und modernem Electropop etwas anfangen kann. Stimmlich sind die Sologesänge und Chöre von Herron-Braggs, Ellis und Bennett natürlich nach wie vor ganz vorne mit dabei.

Ein gelungenes, pedantisch-durchstrukturiertes Album ist es geworden, und wer derart viel Erfolg im Rücken hat, darf sich in Bescheidenheit auch damit schon völlig zufriedengeben.
kt

(Eone/SPV)