Joost Vrouenraets bringt eine Uraufführung in die Kammer. Leichtfüßig und doch beklemmend.

Nach dem Erfolg des Tanzstücks „Pandora“ vor zwei Spielzeit kehrt Choreograph Joost Vrouenraets mit „[N]emo Body“ – einem Tanzstück für fünf Tänzerinnen – ans Theater Aachen zurück. Grau uniformiert mit klobigen Halbschuhen starren die Tänzerinnen das Publikum an und schauen doch durch es hindurch. Teilweise mechanisch, dann doch wild.

Mal wie im Traum, dann wie im Kampf, tanzen, kriechen, rollen, schweben und stampfen die Tänzerinnen des Gotra-Ensembles über die Bühne der Kammer. Dabei werden sie beim Bestreben nach absoluter Perfektion an die Grenzen ihrer eigenen Körperlichkeit geführt. Das Publikum ist Zeuge des Dialogs der Tänzer mit ihrem materiellen Selbstbild, ihrer äußeren Identität und ihrem (un)perfekten Selbst.

Eine intensive und rhythmische Performance, die mit der Grenze zwischen Fiktion und Realität spielt. Energisch, emotional, laut und leise. Dabei wird immer wieder grelles Licht eingesetzt, dass die Tänzerinnen über die Bühne bewegen. Es blendet sie, es blendet das Publikum. Vereint in stillem Abkommen. Nach der Uraufführung Ende 2017 in Amsterdam gastiert das Ensemble Gotra mit –
„[N]emo Body“ in deutscher Erstaufführung im Theater Aachen.  \   kw