Bewertung der Redaktion:
Agnès Varda, die Grande Dame der Nouvelle-Vague-­Bewegung der 1960er, ist soeben 90 geworden.

Pünktlich zu diesem hohen runden Geburtstag legt die Regisseurin nach zehnjähriger Schaffenspause nun noch einmal einen Film vor. Darin begibt sie sich mit dem Street-Art-Künstler JR, der dem Alter nach ihr Enkel sein könnte, auf eine ­dokumentarische Roadmovie-Reise durch Frankreichs ärmlichere Landstriche.

Dort sprechen sie mit Bewohnern, fotografieren einige der bemerkenswertesten unter ihnen und plakatieren die Ergebnisse in hausgroßen, vergänglichen Bildern an Gebäudefronten. Dabei geraten die zwei Eigenbrötler schon mal aneinander, unterm Strich nehmen sie die Zuschauer jedoch mit auf eine entschleunigende Tour, auf der Varda neben aller Kunstvermittlung zudem melancholisch-humorvolle Einblicke in ihr Schaffen und Altern gibt.  \Peter Hoch