Kinoalternativen und alternatives Kino in der Euregio, Teil IV:

Anspruchsvolle aktuelle Kinofilme in der untertitelten Originalfassung bekommt der geneigte Cineast in Aachen fast ausschließlich im Apollo präsentiert, und da meist nur in der Startwoche an wenigen Terminen. Mit einer kurzen Fahrt über die Grenze ins nahe gelegene Heerlen erweitert sich das Angebot jedoch um ein Vielfaches: Im Filmhuis de Spiegel, seit 2003 mitten in der Innenstadt in der fünften Etage des Kulturinstituts Schunk im Glaspaleis gelegen, kommt der O-Ton-Freund montag-, donnerstag-, freitag- und samstagabends sowie sonntagnachmittags regelmäßig auf seine Kosten. Zumindest, wenn man der Landessprache des jeweiligen Films mächtig ist oder niederländische Untertitel lesen kann. Vor allem englische und französische Produktionen stehen daher im Fokus der Gäste aus Deutschland.

Im Februar können sie auf einem der 90 Plätze beispielsweise die preisgekrönten US-Dramen „Die Frau des Nobelpreisträgers“ und „Beautiful Boy“ sehen, aber auch „The Kindergarten Teacher“ mit Maggie Gyllenhaal und das Sozialdrama „Sollers Point“ mit James Belushi, die man beide hierzulande irgendwann vermutlich nur bei einem Streamingdienst entdecken kann. Auch verschiedene Festivals finden regelmäßig im Filmhuis de Spiegel statt, etwa im März das „Euregion Film Festival“ oder auch der größte Teil des Tanzfilmprogramms zum „schrit_tmacher“-Festival. Womöglich wechselt das 1968 aus einem Jugendwerksprojekt entstandene und mit viel Herzblut betriebene Stiftungs-Kino demnächst in ein „richtiges“ Kino: Mit Unterstützung der Gemeinde will man im Sommer in das leerstehende Gebäude des ehemaligen „Rivoli“ in der Stationsplein umziehen.  \    ph

Filmhuis de Spiegel
Vorstellungen:
Do, Fr, Sa, Mo 20 Uhr, So 14 Uhr
Schunk (5. Etage)
Heerlen, Bongerd 18